Was hinter unserem Winterspecial steckt

Vor einigen Wochen haben wir uns mit Lukas von cumpa (Kaffeeimport) über fairen Kaffeehandel, die Lieferkette und Kooperative hinter unserem diesjährigen Winter-Special unterhalten:

Filterfreunde: Hi Lukas, erzähl doch mal: wie kommt’s, dass Du mit Kaffee arbeitest?

Ich habe eigentlich eine Bankkaufmannslehre gemacht. In dem Bereich habe ich mich aber nicht wohl gefühlt und habe nach meiner Kündigung etwas mehr als ein Jahr in Peru verbracht. Im Anschluss begann ich mein Studium in International Management. Mir war aber direkt klar, dass Kaffee der Weg und die Brücke zurück nach Peru ist. So hatten dann auch alle Praktika, Paper und sogar meine Bachelor-Thesis mit Kaffee zu tun.

Als erstes haben wir dann 2017 einen gemeinnützigen Verein gegründet – Qoffee Qulture e.V., der Farmer*innen in Ursprungsländern unterstützt. Der nächste Schritt war danach die Gründung von cumpa um Rohkaffee zu vertreiben und die Brücke zu schlagen.

Filterfreunde: Was bedeutet für Dich fairer Handel?

Fairer Handel bedeutet für mich, wenn eine Win-Win Situation für die Farmer*innen, die Kooperative im Ursprung und uns im Zielland, Importeur*innen, Röster*innen, Cafébetreiber*innen, Baristas, entsteht.
Unseres Idee ist: jede*r Partner*in der Lieferkette muss einen Gewinn erwirtschaften, damit die Lieferkette nachhaltig ist. Natürlich soll hier niemand einen überproportionalen Gewinnanteil zu seiner Arbeit an dem Produkt erhalten, sondern jede Partei der Lieferkette im fairen Maße. Damit das am Ende aufgeht, gehören aber alle Personen in dieser Lieferkette dazu: von Farmer*innen in Peru bis hin zu zum Vertrieb oder sogar den Mitarbeitenden im Café.

Filterfreunde: Wie sieht die Lieferkette vom Kuntu (unserem Winter-Special) genau aus?

Am Anfang stehen die über 300 Farmer*innen im Umkreis der Kooperative. Diese leben in teils sehr abgelegenen Bergregionen. Es liegen oft mehrere Stunden im Pick-Up und einige Stunden auf Wanderwegen zwischen ihnen und der Kooperative in Moyobamba.
Nach Anbau und Aufbereitung wird der Kaffee meistens noch bei der Farmer*innen getrocknet und dann erst zur Kooperative gebracht. Das Lagerhaus liegt auf ca. 800 Höhenmetern im Bergregenwald Perus westlich vom Amazonasbecken.
Wenn der Kaffee im Lagerhaus ankommt, wird er auf Qualität gecheckt und weiterverarbeitet.
Von hier geht es per LKW über die Anden bis an den Hafen, wo der Kaffee ein letztes Mal auf Qualität geprüft wird und mögliche Kaffeedefekte aussortiert werden.
Dann geht‘s per Container-Schiff entlang der Westküste Südamerikas mit Zwischenstop in Kolumbien durch den Panamakanal bis Hamburg. In Hamburg wird der Container auf einen Zug bis Stuttgart umgeladen, von wo ein weiterer LKW den Kaffee in unser Lager bringt.

Filterfreunde: Wie kommt der Kaffeepreis zustande?

Am Anfang steht der Preis, den die Kooperative an die Farmer*innen zahlt. Dieser hängt von Qualität und der aktuellen Situation am Weltmarkt ab. Ist der Weltmarkt-Preis sehr hoch, haben die Farmer*innen auch alternative Bieter*innen außerhalb der Kooperative. Sinkt der Preis unter ein bestimmtes Niveau, ist die Kooperative allerdings eine wichtige Absicherung für die Farmer*innen.

Wir (cumpa) schließen eher kurzfristig unsere Verträge mit der Kooperative, da wir nicht alle Käufe zum Jahresanfang planen können. Das hat aber auch den Vorteil, dass weder wir noch die Kooperative in ein Spekulationsrisiko kommen mit vorab festgelegten Preisen.

Unser (cumpas) Verkaufspreis setzte sich dann aus dem Arbeitsaufwand zusammen, den wir reinstecken. Als Faustregel gilt: Je höher die Qualität, desto mehr Arbeit haben wir, da wir dann in kleineren Mengen einkaufen und die Arbeit pro KG entsprechend deutlich höher ist – vom Entladen bis zur Kommunikation. Unser Deckungsbeitrag liegt für die Kaffees zwischen 2-4€ pro KG um Kosten zu decken.

Vielen Dank für das Interview und Eure Arbeit!

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